PP #22 – 8. F/STOP Festival Leipzig

F/STOP Fotofestival Leipzig >
Paula Markert & Marcel Noack


Satellit des 8. F/STOP Festivals für zeitgenössische Fotografie

F/STOP Leipzig - Zerrissene Gesellschaft

F/STOP Leipzig – Zerrissene Gesellschaft

Vernissage: 22.06.2018 19:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Laufzeit: 23.06.2018 – 01.07.2018
Öffnungszeiten: 17:00 – 20:00 Uhr u.n.V.

Helmholtzstrasse 1, 04177 Leipzig

kuratiert von Marcel Noack


PP#22 > Paula Markert & Marcel Noack

PP#22 > Paula Markert & Marcel Noack

 

Marcel Noack: Menschen habe ich keine gesehen

 

Paula Markert: „Tischtennis“, aus der Serie „Sieben Tage warten“


Biografien

Paula Markert, geboren 1982, arbeitet als freischaffende Dokumentarfotografin in Hamburg.
Sie studierte Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg und an der Universität von Barcelona, Spanien. Ihre Abschlussarbeit „Die Verhältnisse“ wurde mit dem BFF-Förderpreis 2012 sowie dem Dokumentarfotografie Förderpreis 09 der Wüstenrotstiftung ausgezeichnet.
Die Publikation ihres laufenden Projektes über die Mordserie des NSU im Sonderheft des SZ Magazin (1/2016) gewann bei den Lead Awards 2016 Bronze in der Kategorie Bester Beitrag und war Teil der Hauptausstellung des f/stop Festival 2016. Paula Markert arbeitet für Magazine wie DIE ZEIT, SZ Magazin, Stern, Geo, Les Echos u.a.
Ihre freien Projekte werden auf Ausstellungen und Festivals in Deutschland und Europa gezeigt. Die Buchpublikation „Das Geld der Anderen“ ist von Juni bis Juli 2017 im Rahmen des Athens Photofestival im Benaki Museum Teil der Photobuch-Ausstellung. Im Juni 2018 zeigt sie ihre Arbeit Ring/Halqa im Rahmen der Off-Triennale der Photographie in Hamburg.


Über die Arbeiten

Paula Markert: Sieben Tage warten

Der Jugendarrest gehört zu den „Zuchtmitteln“ des Jugendgerichtsgesetzes. Die Sanktion, die für max. vier Wochen verhängt werden kann, gilt als Warnschuss vor einer Haftstrafe. Im Jahre 1940 eingeführt, ist der Arrest nicht allein aufgrund seiner Wurzel in der Nazizeit bei Fachleuten umstritten. Er wird häufig als schlichtes Wegsperren kritisiert, da seine Wirkung nicht überprüfbar ist und die Rückfallquote als hoch gilt.

Im Mai 2015 begleitete ich eine Woche lang Jugendliche im Arrest in Thüringen. Sieben Tage, die die Jugendlichen überwiegend mit Warten verbrachten. Persönliche Gegenstände, Handys, Computer, Fernsehen, Kaffee und Zigaretten sind verboten. Geduscht werden darf zweimal wöchentlich. Neben den täglichen Arbeitseinsätzen ist die pädagogisch-psychologische Begleitung während der Maßnahme mangelhaft. Trotz der massiven Förderbedarfe der Jugendlichen, die meist aus prekären Familien- und Lebenssituationen stammen, gibt es zu wenig psychologisch geschultes Personal, das einerseits die Jugendlichen zur Reflexion der eigenen Situation anregen und gleichzeitig das Zuhause ersetzen könnte, dem die Jugendlichen für die Zeit des Arrests entrissen wurden.

Marcel Noack: Menschen habe ich keine gesehen

Die prophezeiten, blühenden Landschaften sind weiter am Entstehen. Die Bewohner verschwinden.
Menschen habe ich keine gesehen geht auf die fotografische Erforschung der Kleinstädte im mitteldeutschen Raum und untersucht in nüchternen dokumentarfotografischen Bildern die Diskrepanz vom Dasein der neuen Hausfassaden, Shopping-Malls und Infrastrukturen und vom visuellen Fehlen der entkoppelten Bevölkerung.


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